Wochenende, so arbeitet das Veterinäramt Leipzig

Wir müssen an dieser Stelle einfach nicht mehr dazu sagen, als den Wortlaut dieser E-mail zu veröffentlichen.

Hier noch ein "Fahndungsfoto" des Findlings. Fundort Holzhausen.

Eventuell findet sich der Eigentümer.


Nun zum Wortlaut der E-mail:

"Tierliebe" in Leipzig

Wir fanden am 03.04.2011 gegen 11.00Uhr vormittags in unserem Garten eine verstört wirkende Katze. Äußere Verletzungen waren nicht zu erkennen. Die Katze verbrachte den ganzen Tag schlafend in der Hecke und verhielt sich nicht artgerecht.

Alle Mühen, den Besitzer der Katze ausfindig zu machen, schlugen fehl. Wir selber konnten die Katze nicht in unseren Haushalt aufnehmen, da mein Mann an einer Tierhaarallergie (mit Atembeschwerden) leidet. Um der Katze aber zu helfen und weil wir aufgrund ihres Verhaltens auch nicht sicher waren, ob die Katze ärztliche Hilfe benötigt, versuchten wir zuerst sie in einem Tierheim unterzubringen.

Nach einem Anruf im Tierheim Oelzschau teilte man uns mit, dass sie dort nicht für unseren Einzugsbereich zuständig sind. Wir wandten uns deshalb an das Tierheim in Breitenfeld.

Auch dieses Tierheim nahm die Katze nicht auf. Man vermittelte uns weiter an die Leitstelle der Feuerwehr, welche uns mit der zuständigen Amtstierärztin des Veterinäramtes Leipzig verband.

Unser Anruf dort sollte uns zeigen, was man unter "Tierliebe" versteht. Nachdem wir Frau Döhlert unser Problem geschildert hatten, wies sie uns darauf hin, dass es in Leipzig ca. 10.000-20.000 herrenlose Katzen gebe. (Woher wollte sie wissen, dass es sich bei unserer Fundkatze um ein herrenloses Tier handelt? Die Katze machte ganz und gar nicht den Eindruck.) Die Stadt hätte kein Geld, sich um diese Tiere zu kümmern. Ihre Frage, ob die Katze verletzt sei, konnten wir nicht eindeutig beantworten, es waren ja keine äußeren Verletzungen festzustellen.

Frau Döhlerts ungefährer Wortlaut hierzu: "Sie müssen doch wissen, ob das Tier nur verstört ist oder krank!"

Sie appellierte dann an unsere Tierliebe und empfahl uns, das Tier einem Veterinär vorzustellen. Sollten wir uns nun auch noch anhören müssen, dass unsere Hilfe nicht groß genug sei?

Frau Döhlert gab uns zu verstehen, dass sie bzw. das Veterinäramt erst Montag früh ab 7.00Uhr zu sprechen sei.

Die Katze sollten wir im Garten liegen lassen, andere Katzen müssten ja schließlich auch draußen schlafen. Das andere Katzen Nächte auch in der Natur verbringen, mag wohl wahr sein, diese sind dann aber auch meist gesund, was wir von dieser Katze nicht eindeutig sagen konnten.

Meine Bedenken waren auch, dass ein Gewitter am Himmel stand und die Katze die ganze Nacht dem Regen ausgesetzt sein würde. Das wagte ich aber schon gar nicht mehr zu erwähnen.

Frau Döhlert gab uns klar zu verstehen, dass Hilfe erst Montag früh zu erwarten ist. Mein Hinweis, dass es uns als berufstätige Menschen nicht möglich ist, um diese Zeit mit dem Veterinäramt in Verbindung zu treten, kümmerte sie wenig. Sie verwies uns auf Nachbarn oder andere Personen, die helfen sollten. Nach einer sinnlosen Diskussion hin und her, legte ich den Hörer dann einfach auf. Auch ein zweiter Anruf meines Mannes brachte nichts.

Nun war guter Rat teuer. Wir suchten im Internet nach weiteren Stellen, die uns eventuell helfen konnten. Wir stießen hierbei auf die Telefonnummer des Tierpflegedienstes Virchowstraße. Dort gab man uns dann die Telefonnummer der Tiernothilfe Leipzig. Nach einem Gespräch mit Frau Thiemicke wurde uns, vor allem aber der Katze, nach einer langen Odyssee endlich geholfen.

Die Katze wurde abgeholt und artgerecht untergebracht. Ein Besuch des Tierarztes wurde für den nächsten Tag geplant.

Herzlichen Dank noch einmal für Ihre schnelle Hilfe. Ich spreche damit auch im Namen meiner Kinder, die die Hoffnung schon aufgegeben hatten, dass unserem "Findeltier" in dieser Gesellschaft geholfen wird, obwohl uns jede Woche mittwochs in der Sendung "Tierisch, tierisch" gezeigt wird, wie Tierliebe funktionieren sollte und wie im Gegensatz dazu die Realität in Leipzig aussieht.

Familie Franke und Kinder


Da wir immer wieder mit solchen Fällen, die das Veterinäramt Leipzig betreffen, konfrontiert werden, sich aber die meisten aus welchen Gründen auch immer, nicht öffentlich formulieren wollen oder können, danken wir Familie Franke für diesen ausführlichen Bericht.




Wenn Ihr uns und unsere Arbeit unterstützen möchtet, hilft Euch der folgende Link bestimmt weiter!

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Die Mitglieder der
Tiernothilfe-Leipzig e.V.